Go West – Roadtrip nach Cornwall

Anders als im Sommer 2021, waren die Planungen für die diesjährige Hauptreisezeit so gut wie gar nicht beeinträchtigt. Wir konnten uns also wieder frühzeitig kümmern und alle Buchungen in die Wege leiten. Die Wahl für unser Reiseziel in diesem Sommer fiel auf Cornwall. Cornwall ist eine englische Grafschaft (so ähnlich wie bei uns ein Bundesland) und bildet den südwestlichsten Landesteil der britischen Insel. Mit Cornwall hatten wir uns vor unserer Entscheidung dorthin zu reisen kaum auseinandergesetzt. Wir hatten aber schon des Öfteren gehört, dass insbesondere die Küstenlandschaften ausgesprochen schön sein sollen. Im Nachhinein können wir das mehr als bestätigen.

Vor der Buchung der Unterkunft musste zunächst geklärt werden, wie wir Cornwall erreichen wollten. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man fliegt und bewegt sich vor Ort mit einem Mietwagen, oder man fährt mit dem eigenen Auto. Aus diversen Gründen (der Kostenfaktor als Hauptgrund) kam Ersteres für uns nicht in Frage. Wir entschieden uns also für den Roadtrip in den äußersten Südwesten Englands. Der Nachteil dieser Variante liegt auf der Hand. Mit über 1300 km durch fünf Länder ist die Anfahrt sehr lang. Dazu kommt, dass die Überwindung des Ärmelkanals als Zeitfaktor auch noch dazu kommt.

Da wir keine große Lust hatten etliche Stunden am Stück mit Auto fahren zu verbringen, entstand folgende Idee. Wir beschränken unseren Aufenthalt in Cornwall auf eine Woche und teilen die Hin- und Rückfahrt in drei relativ kurze Tagesetappen auf. Die Zwischenziele sollten dabei möglichst attraktiv sein, um diese in das Reiseerlebnis zu integrieren.

Als letzte Entscheidung musste noch geklärt werden, wie wir den Ärmelkanal überwinden wollen. Zur Wahl standen der Autozug durch den Eurotunnel oder die Fähre über die Straße von Dover. Der Seeweg dauert zwar länger, wir entschieden uns trotzdem für die Fähre, da diese preisgünstiger ist und wir uns eine aussichtsreichere Überfahrt versprachen. Wie sich herausstellen sollte, war die Entscheidung richtig. Schon von weitem sticht einem auf dem Schiff die weiße Kulisse der Kreidefelsen von Dover ins Auge. Noch dazu hatten wir tolles Wetter mit guter Sicht.

Als Zwischenziele suchten wir uns jeweils zwei Locations in Belgien und an der englischen Südküste aus. Auf der Hinfahrt gastierten wir in Brügge und in Southampton. Auf der Rückfahrt hießen unsere Stopps Seaford und Antwerpen. Brügge und Antwerpen waren Volltreffer. Darüber wird es hier im Blog demnächst einen separaten Beitrag geben. Southampton war mir vom Fußball bekannt. Doch nur weil eine Stadt eine Mannschaft in der ersten Liga hat, macht sie dieser Umstand nicht automatisch sehenswert. Da war meine Wahl zugegeben etwas naiv. Eine schöne Altstadt hat Southampton nicht und auch sonst haben wir bei unserem Besuch nichts entdeckt, was besonders erwähnenswert wäre. Immerhin haben wir im Hafen (das bekannteste der Stadt) ganz gut gegessen und einen entspannten Abend verbracht.

Die kleine Stadt Seaford liegt zwischen den beiden größten englischen Seebädern Brighton und Eastbourne. Mit den eindrucksvollen Kreidefelsen “Seven Sisters” befindet sich eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Südküste in unmittelbarer Nähe. Der Besuch und der Blick auf diese schneeweißen Klippen, die senkrecht zum Meer abfallen hat sich mehr als gelohnt. Die größte “Schwester” weist eine Höhe von 162 Metern auf, absolut imposant. Am Abend machten wir noch einen Abstecher nach Brighton. Von unserem Parkplatz aus gingen wir an der Strandpromenade entlang Richtung Seebrücke, dem bekanntesten Bauwerk der Küstenstadt. Im Gegensatz zu den schönen Seebrücken an der deutschen Ostseeküste, fanden wir das Brighton Palace Pier einfach nur hässlich. Bunte Blinklichter, Spielhallen und ein Vergnügungspark mit Fahrgeschäften am Ende der Brücke wirkten auf uns absolut abstoßend. Ein kurzer Spaziergang durch die Innenstadt relativierte unseren Eindruck ein wenig. Doch insgesamt hinterließ Brighton mit seinem “Las-Vegas-artigen” Pier und dem unschön anzusehenden Kiesstrand keinen besonders guten Eindruck.

Rückblickend betrachtet bewerten wir unseren Roadtrip nach Cornwall als sehr gelungen. Mit einem schöneren Zwischenziel als Southampton wäre er nahezu perfekt gewesen. Die Etappen waren lang genug um voranzukommen, und kurz genug um noch genügend Zeit für Entdeckungen vor Ort zu haben. Die Woche in Cornwall war ohnehin klasse. Der Artikel dazu folgt demnächst.

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