e-Bike? Ja sicher!

Vor ein paar Jahren wurde mir von einem e-Bike Fahrer einmal die Frage gestellt, ob solch ein Rad nicht auch für mich etwas wäre. Ziemlich schroff antwortete ich damals „Was? Ich bin doch kein Opa!“ Wie viele andere Zeitgenossen heute, hatte auch ich damals Vorurteile und Widerstände gegen das elektrisch unterstützte biken. E-Bike Fahrer haben keinen Mumm, sind unsportlich und alt. So ähnlich war meine damalige Sichtweise.

Wie ich e-Biker wurde

Als ich im Frühjahr 2018 die Gelegenheit bekam, eine Probefahrt mit einem e-Mountainbike zu machen, hat sich meine Meinung auf einen Schlag geändert. Ich war ziemlich geflasht von der Performance. Das Beschleunigungsvermögen und der daraus resultierende Fahrspaß sind gigantisch. Seit etwas mehr als einem Jahre besitze ich nun ein UNIVEGA Summit 5.0, ein e-MTB mit dem CX Motor von Bosch. Steigungen, (fast) egal wie steil und wie lang, sind kein Problem mehr. Uphill fahren macht mir fast noch mehr Spaß als Downhill. Und das Beschleunigen im Gelände ist sowieso unschlagbar.

 

Regelmäßig pendele ich mit dem e-MTB zur Arbeit. Ein geländegängiges Rad brauche ich zwar nur für die ersten vier Kilometer, aber ein MTB stellt einen ganz guten Kompromiss dar. Und so oft es der Terminkalender zulässt, fahre ich in den Höhenzügen in meiner Umgebung (Elm, Asse, …) oder im Harz.

 

3 Vorurteile

E-Bikes boomen. Trotzdem gibt es noch immer viele Vorurteile. Drei davon möchte ich einmal kommentieren:

Gegenwind adé

Man sagt auch, mit einem e-Bike hat man eingebauten Rückenwind. Das ist natürlich Quatsch! Physikalische Grundgesetze kann der Elektromotor am Fahrrad nicht auf den Kopf stellen. Auch mit dem e-Bike ist Gegenwind ein zusätzlicher Widerstand und bremst beim Fahren. Allerdings ist man elektrisch unterstützt mit gleichem Krafteinsatz deutlich schneller unterwegs, als mit einem konventionellen Rad. Auch bei starkem Gegenwind erreicht man als Amateur relativ problemlos 25 km/h. Das macht selbstverständlich mehr Spaß, als sich mit 15 km/h oder noch weniger gegen die Böen zu stemmen. Ein e-Bike macht das Fahren im Gegenwind durch höhere Geschwindigkeiten einfach erträglicher.

E-Bike fahren ist nicht anstrengend

Das stimmt nicht unbedingt. Auf einem e-Bike zu fahren, ist grundsätzlich genau so anstrengend wie auf einem konventionellen Rad. Die Unterstützung verleitet zwar dazu sich weniger anzustrengen, aber insbesondere bergauf macht es doch viel mehr Spaß, mit 20 km/h als mit 10 km/h zu fahren. Wenn ich einen langen Anstieg mit hoher Geschwindigkeit fahre, bekomme ich meinen Puls auch mit elektrischer Unterstützung problemlos in den anaeroben Bereich. Wenn man ambitioniert fährt, strengt man sich auch an.

Mit dem e-Bike ist man immer schneller

Das stimmt nicht. Bewegt man sich in der Ebene ohne starken Gegenwind, fährt man oftmals schneller als 25 km/h. Da die meisten Modelle nur bis 25 km/h unterstützen, fährt sich ein e-Bike oberhalb dieser Grenze wie ein ganz normales Fahrrad. Konventionelle Räder sind dann immer im Vorteil, da sie in der Regel leichter sind und beim e-Bike zusätzlich die Systemreibung im Motor überwunden werden muss.

Ein entscheidender Vorteil des e-Bikes ist es, dass es nicht nur beim Antrieb unterstützt, sondern auch bei der Überwindung des inneren Schweinehunds. Mit einem e-Bike fährt man durchschnittlich nicht nur öfter, sondern auch längere Strecken. In den letzten 12 Monaten bin ich etwa 4000 Kilometer gefahren. Diese Distanz hätte ich mit einem konventionellen Fahrrad wahrscheinlich nicht erreicht.

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