Die Berge gehen immer

Das letzte Kalenderblatt des Septembers ist gefallen und damit geht auch der Sommer 2021 endgültig zu Ende. Bedingt durch  die Einschränkungen der Covid-19 Pandemie waren Reiseplanungen für unsere Hauptferienzeit nur bedingt möglich. Flexibilität sollte gewährleistet sein, d.h. das Ziel wollten wir mit dem Auto erreichen können. Noch einmal eine solche Zitterpartie wie beim Islandtrip im letzten Jahr wollten wir uns nicht schon wieder antun. Letztendlich fiel unsere Wahl wie schon letzten Herbst auf die Alpen. Diesmal ging es aber nicht auf die italienische Seite, sondern mal wieder nach Österreich.

14 Tage waren wir zu Gast im Tiroler Ötztal. Zwar verbrachten wir dort bereits 2017 unsere Sommerferien, aber das Ötztal ist groß und wir waren uns sicher, dass wir einige neue Orte und Pfade entdecken würden. Neben einem Besuch von Innsbruck und zweimal Tennisspielen in Sölden, waren wir in erster Linie zu Fuß, mit dem Mountainbike oder im Gurt am Klettersteig unterwegs.

Wandern

In den Alpen ist in den Sommermonaten das Wandern natürlich weit oben auf der Liste möglicher Aktivitäten. Bereits 2017 hatten wir hier einige sehr eindrucksvolle Touren unternommen.  Und auch In diesem Jahr wurden wir von der Ötztaler Bergwelt nicht enttäuscht.

Rundwanderung Köfler Waalweg

Eine unserer Wanderungen führte uns von dem kleinen Dorf Köfels aus in den Hochtalkessel „Fundusalm“. Die Umrundung des Hochtalkessels versprach grandiose Ausblicke auf einige 3000er. Doch vorher stand ein anstrengender Aufstieg an. Vom Parkplatz aus ging es zunächst schnurgerade über zwei steile Bergwiesen. Anschließend folgte ein schmaler Pfad, der sich in unendlich scheinendem Zick-Zack durch lichten Wald den Bergrücken hinaufzieht. Nachdem wir 700 Höhenmeter bewältigt und den Wald hinter uns gelassen hatten, mussten wir nur noch ein Stück über grobes Blockwerk kraxeln. Dann erreichten wir den schönsten Abschnitt dieser Tour, den Köfler Waalweg*.

Der Waal verläuft entlang der östlichen Seite des Talkessels. Am südlichen Wendepunkt war ein wenig Konzentration und Trittsicherheit erforderlich, da man hier auf einem Holzbalken den sprudelnden Wasserfall des Fundusbaches überqueren muss. Wenige Minuten später kamen wir dann zu unserem Pausenziel – der Frischmannhütte.

Nach einer Stärkung mit Kaiserschmarrn und Weißbier setzten wir unseren Rundweg fort. Vorbei an der Fundusalm mussten wir einen letzten Aufstieg zurück zu der groben Verblockung hinter uns bringen, ehe wir von dort den gleichen Weg zum Parkplatz wieder abstiegen.

Gipfelwanderung auf das Faltengartenkögele

An unserem letzten Tag im Ötztal hatten wir uns noch einmal eine Gipfeltour vorgenommen. Da wir aber abends noch packen mussten und am nächsten Tag die Rückreise nach Norddeutschland anstand, sollte es keine „Mördertour“ sein. Unsere Wahl fiel daher auf das Faltegartenkögele, mit den Argumenten: überschaubare Wegstrecke, „nur“ 500 Höhenmeter Aufstieg, spektakulärer Ausblick in das Inntal und mit der Feldringalm gibt es auch noch eine Einkehrmöglichkeit.

So ging es mit dem Auto von Ötz über die Kühtaistraße hinauf nach Ochsengarten und noch ein Stück weiter zum Wanderparkplatz „Sattele“. Von dort aus führt der Weg zunächst über eine Forststraße mit moderater Steigung bis zur Feldringalm. Die Einkehr dort verschoben wir jedoch auf den Rückweg, denn erst einmal mussten wir uns Bier und Kaiserschmarrn verdienen.  Über Bergwiesen und schmale Pfade stiegen wir immer weiter auf und erreichten bald das Gipfelkreuz des Faltegartenkögele. Die Aussicht auf das Inntal und die umliegende Bergwelt ist dort einfach nur phänomenal! Nach einer kurzen Rast machten wir uns auf den Rückweg zur Feldringalm, den wir als Rundweg über die Feldringer Böden gestalteten.

Mountainbiken

Zweimal waren wir während unserer Zeit im Ötztal mit elektrisch unterstützen Mountainbikes unterwegs. Eine Tour führte uns aus dem Ötztal hinaus und ein Stück das Inntal hinunter bis in den Ort Mötz. Dort fuhren wir meist durch bewaldete Gebiete hinauf zur Stöttalm. Nach einer ausgiebigen Pause radelten wir anschließend auf gleichem Weg zurück.

Unsere zweite Tour war längst nicht so weit wie die erste, aber die Akkus der MTBs waren am Ende allesamt leer. 1200 Höhenmeter wurden auf der Strecke von Sautens nach Tumpen, vorbei am Tumpener Wasserfall, hinauf zur Armelenhütte und zurück über den Piburger See erklommen. Auf einer rasanten Abfahrt erblickten wir auf einem Hang im Wald etwas gelbes im Moos – Pfifferlinge! Schnell waren einige Hände voll davon gesammelt. Das Abendessen war gesichert!

Klettern

Klettern durfte bei einer Reise in die Alpen natürlich auch nicht fehlen. Für das Sportklettern war die Familie nicht zu begeistern, aber für Klettersteige waren alle bereit. Der Steig am Stuibenfall, dem höchsten Wasserfall Tirols, sind wir schon im Sommer 2017 gegangen. Da dieser aber einer der schönsten Klettersteige im Ötztal ist und der Rückweg über eine 80 Meter lange und exponierte Hängebrücke mit vielen Aussichtsplattformen fantastische Tiefblicke bietet, sind wir diesen gerne noch einmal beklettert.

Ein weiterer „Via Ferrata“ war für uns neu und unbekannt. Direkt im Örtchen Piburg, unweit des gleichnamigen Sees, wurde ein kleiner Übungsklettersteig gebaut. Die Anfahrt dorthin betrug von unserem Feriendomizil nur 10 Minuten. Somit ließen wir uns diesen Steig nicht entgehen und weil er tatsächlich recht kurz ist, haben wir ihn gleich zweimal beklettert.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass sich eine Reise in die Alpen immer lohnt. Es gibt unzählige Angebote, denen man an frischer Luft nachgehen kann. Langeweile gibt es in den Bergen nicht.

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