Island im Winter – ernsthaft?!

Nach Island? Im Winter? Was wollt ihr denn da??? Diese oder ähnliche Reaktionen haben wir des Öfteren bekommen, als wir auf die Frage was wir in diesem Jahr an Silvester machen antworteten, dass wir den Jahreswechsel in Island verbringen.

Nüchtern betrachtet kann man diese Reaktion sicherlich nachvollziehen. Island liegt knapp unterhalb des Polarkreises und “weit draußen” im Atlantischen Ozean. Da ist die weit verbreitete Vorstellung nun einmal, dass es dort im Winter bitterkalt und immer dunkel ist.

So ganz falsch ist diese Vorstellung auch nicht. Allerdings sind die Winter dank des Golfstroms vergleichsweise mild, zumindest an den Küsten. Die zu erwartenden Temperaturen liegen in der Regel um den Gefrierpunkt. Minustemperaturen im zweistelligen Bereich sind eher selten.

Das mit der Dunkelheit stimmt schon eher. Tageslicht ist im tiefen Winter (Dezember/Januar) tatsächlich rar. Hell ist es in etwa von 11 bis 16 Uhr. Diese fünf Stunden gilt es möglichst gut und effektiv zu nutzen. Dafür empfiehlt es sich, das jeweilige Tagesprogramm diszipliniert zu planen.

Es gibt aber sehr gute Argumente für einen Wintertrip nach Island. Klar, die muss es geben, sonst wären wir ja nicht geflogen. Da wäre zunächst der Winter an sich. In Niedersachsen hatten wir schon lange keinen richtigen Winter mehr. Letztes Jahr gab es im Februar für eine Woche reichlich Schnee. Ansonsten muss ich lange zurückdenken, um mich an stabile winterliche Bedingungen zu erinnern. Am Polarkreis ist im Dezember/Januar Winterwetter garantiert.

Ein weiterer Punkt richtet sich an “Wiederholungstäter”. Wer die Naturwunder Islands schon einmal im Sommer bewundern durfte, kann diese im Winter erneut in einem ganz anderen Bild betrachten. Wasserfälle sind ganz oder teilweise vereist, baden in den Hotpots ist noch angenehmer – fast schon erhaben, auch die kleineren Berge sind jetzt schneebedeckt usw. Zudem ist das Licht im Winter ganz besonders und sehr erlebenswert.

Last but not least sei noch die Anzahl der Touristen erwähnt. Spätestens seit im Jahr 2010 der Eyjafjallajökull ausgebrochen ist, wird Island regelrecht überrannt. Vor allem im Sommer kommen sehr viel mehr Touristen als die Insel verträgt. Die Corona-Pandemie hat zwar auch hier für eine deutliche Delle gesorgt, wer jedoch im Winter reist, findet das Land viel weniger überlaufen vor.

Ach ja, und wenn die Bedingungen passen und man viel Glück hat, besteht natürlich die Chance Polarlichter zu sehen. Viele Besucher kommen im Winter nur deswegen her.

Dieser Leitartikel ist der Start einer Blogreihe über unsere einwöchige Winterreise auf die größte Vulkaninsel der Welt. Weiterführende Artikel findest du unter folgenden Links:

Ich würde mich freuen, wenn ich euer Interesse geweckt habe und euch ein Stück weit mitnehmen kann in dieses sagenhafte Land im hohen Norden.

4 thoughts on “Island im Winter – ernsthaft?!

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